Kindergeldzuschuss – Kinderzuschlag für einkommensschwache Familien

KindergeldzuschussFamilien mit einem geringen Einkommen können zusätzlich zum Kindergeld, das allen Eltern zusteht, auch noch einen Kindergeldzuschuss von bis zu 170 Euro pro Kind bei der Familienkasse beantragen. Dieser Zuschuss zum Kindergeld wird im Amtsdeutsch auch als Kinderzuschlag bezeichnet. Nachfolgend erfahren Sie, welchen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Kindergeldzuschuss von den Familienkassen bewilligt wird.

Voraussetzungen für den Kindergeldzuschuss

Während das Kindergeld unabhängig vom Einkommen alle Eltern in Deutschland erhalten, wird der Kindergeldzuschuss nur an Eltern ausgezahlt, die bestimmte Voraussetzungen bezüglich ihres Einkommens erfüllen. Um den Kinderzuschlag bewilligt zu bekommen, muss das Einkommen unter der Höchsteinkommensgrenze liegen. Neben der Höchsteinkommensgrenze gibt es aber auch noch eine untere Einkommensgrenze, da der Kindergeldzuschuss primär dazu dienen soll, einkommensschwache Familien vor einem Abrutschen in Hartz IV bzw. Arbeitslosengeld II zu bewahren. Nur wenn das Bruttoeinkommen der Eltern zwischen diesen beiden Einkommensgrenzen liegt, wird der Kindergeldzuschuss bewilligt. Daraus folgt, dass Eltern die bereits Hartz IV oder Arbeitslosengeld II beziehen keinen Kindergeldzuschlag bekommen. Die untere Einkommensgrenze liegt bei 900 Euro für Elternpaare und 600 Euro für Alleinerziehende.

Höchsteinkommensgrenze beim Kindergeldzuschlag

Im Gegensatz zur unteren Einkommengrenze hat die Höchsteinkommensgrenze, unter der das Bruttoeinkommen für die Bewilligung des Kinderzuschlags liegen muss, keinen festen Wert. Die Höchsteinkommensgrenze für den Kinderzuschlag muss für jede Familie individuell ermittelt werden. Bei der Berechnung der Höchsteinkommensgrenze werden die Hartz IV Regelsätze und das Wohngeld, welches der Familie zustehen würde, wenn sie Arbeitslosengeld II bzw. Hartz IV erhalten würde, zugrunde gelegt. Zum Bruttoeinkommen der Eltern werden neben Einkünften aus selbstständiger und nichtselbstständiger Tätigkeit, auch Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Krankengeld, Elterngeld, Betreuungsgeld, Renten aus der Sozialversicherung sowie Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung gezählt. Nicht zum Einkommen werden dagegen Kindergeld und Wohngeld gerechnet. Wenn Sie ohne aufwendige Berechnung überprüfen wolle, ob Sie die Einkommensvoraussetzungen für einen Antrag auf Kindergeldzuschuss erfüllen, empfehlen wir Ihnen den Online Rechner (Kinderzuschlags Check) auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu verwenden.

Höhe des Kinderzuschlags

Zuletzt wurde der Kinderzuschlag am 1. Januar 2017 erhöht. Seitdem beläuft sich der Kindergeldzuschuss auf bis zu 170 Euro pro Kind im Monat. Hierbei handelt es sich, um den Höchstbetrag, den einkommensschwache Familien als Zuschuss zum Kindergeld erhalten können. Abhängig von der Höhe des Einkommens der Eltern kann der Kindergeldzuschlag auch niedriger ausfallen. Falls das Bruttoeinkommen der Eltern die Bemessungsgrundlage überschreitet, wird der Kindergeldzuschlag entsprechend gekürzt und nur noch anteilig für jedes Kind ausgezahlt. Der monatliche Kindergeldzuschuss wird auch dann gekürzt, falls das Kind über ein eigenes Einkommen verfügt oder Leistungen wie Unterhalt oder Waisenrente erhält. Wenn das Kind beispielsweise ein Einkommen in Höhe von 50 Euro hat, wird der Kindergeldzuschlag auf 110 Euro reduziert.

Antrag auf Kinderzuschuss stellen

Der Kinderzuschlag wird nicht automatisch an Eltern, die die Voraussetzungen erfüllen, ausgezahlt, sondern er muss zunächst beantragt werden. Der Antrag auf Kindergeldzuschuss ist bei den örtlichen Familienkassen zu stellen. Der Antrag ist grundsätzlich schriftlich zu stellen. Außerdem müssen die Eltern, die den Kindergeldzuschlag beantragen, auch noch Angaben zur ihrem Einkommen und ihrem Vermögen machen, so dass die Familienkassen prüfen können, ob ein Anspruch auf Kindergeldzuschuss besteht. Bis zum Jahr 2007 wurde der Kinderzuschlag nur zeitlich befristet für höchstens 36 Monate gezahlt. Diese zeitliche Befristung ist aber seit dem Jahr 2008 weggefallen. Bitte beachten Sie, dass Sie den Kinderzuschlag im Gegensatz zum Kindergeld nicht rückwirkend beantragen können. Das Kindergeld hingegen kann auch noch bis zu vier Jahre rückwirkend beantragt werden. Wurde der Antrag auf Kindergeldzuschuss bewilligt, wird der Zuschuss am gleichen Termin zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt. Der Kinderzuschlag wird in der Regel an das gleiche Elternteil überwiesen, an das auch das Kindergeld gezahlt wird.

Tipp: Sollten Sie noch weitere Fragen zur Beantragung des Kindergeldzuschlags haben, erreichen Sie die Familienkassen unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/ 455 55 30.

Unterstützung für einkommensschwache Familien durch das Bildungspaket

Einkommensschwache Familien, die einen Anspruch auf Kindergeldzuschuss haben, können außerdem noch von Leistungen aus dem Bildungspaket (Leistungen zur Bildung und Teilhabe) profitieren. Diesen Leistungen stehen allen Eltern zu, die den Kindergeldzuschlag von der Familienkasse bewilligt bekommen haben. Dazu gehört das sogenannte Schulbedarfspaket. Hierbei handelt es sich um eine zweckbestimmte Geldleistung in Höhe von 100 Euro pro Jahr. Dieses Geld soll zur Finanzierung von Schulmaterialien wie etwa Schulranzen, Sportzeug und Schreib-, Rechen- und Zeichenmaterialien dienen. Außerdem können Kinder aus einkommensschwachen Familien im Rahmen des Bildungspakets jeden Monat ein Budget in Höhe von 10 Euro ausschöpfen für die Teilnahme an Musikunterricht oder die Mitgliedschaft in Vereinen in den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit. Alternativ kann dieses Geld auch für Museumsbesuche oder Aktivitäten kultureller Bildung verwendet werden. Darüber hinaus trägt der Staat auf Antrag der Eltern auch die Ausgaben für Klassenausflüge oder mehrtägige Klassenfahrten der Kinder.