Alleinerziehendenentlastungsbetrag nach § 24b EStG

Entlastungsbetrag für alleinerziehende Elternteile

Wer allein Kinder aufzieht, kommt finanziell oft nur schwer über die Runden, durch den Alleinerziehendenentlastungsbetrag sollen alleinerziehende Steuerpflichtige deshalb finanziell entlastet werden. Rechtsgrundlage für den Alleinerziehendenentlastungsbetrag ist § 24b des Einkommensteuergesetzes (EStG). Der Alleinerziehendenentlastungsbetrag nach § 24b EStG wird alleinerziehenden Steuerpflichtigen gewährt, wenn zu ihrem Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das ihnen ein Kinderfreibetrag oder Kindergeld zusteht. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ist also direkt an das Kindergeld gekoppelt. Nur wenn die Voraussetzungen für das Kindergeld erfüllt sind, kann der alleinerziehende Elternteil den Entlastungsbetrag in Anspruch nehmen. Für jeden vollen Monat, in dem die Voraussetzungen nicht erfüllt waren, wird der Alleinerziehendenentlastungsbetrag um ein Zwölftel reduziert.

Die Zugehörigkeit zum Haushalt des Steuerpflichtigen ist anzunehmen, wenn das Kind in der Wohnung des alleinstehenden Steuerpflichtigen gemeldet ist. Falls das Kind bei mehreren Steuerpflichtigen gemeldet ist, steht der Entlastungsbetrag demjenigen zu, an den auch das Kindergeld ausgezahlt wird. Als alleinerziehend im Sinne des Steuergesetzes gilt, wer nicht die Voraussetzungen für die Anwendung des Splitting-Verfahrens erfüllt oder verwitwet ist und keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person bildet.

Wie hoch ist der Alleinerziehendenentlastungsbetrag?

Der Alleinerziehendenentlastungsbetrag nach § 24b EStG wurde zuletzt im Jahr 2015 angehoben. Seitdem beträgt der Entlastungsbetrag 1.908 Euro im Kalenderjahr. Ab dem zweiten Kind werden seit 2015 zusätzlich noch einmal 240 Euro pro Kind auf den Altersentlastungsbetrag aufgeschlagen. Die Höhe des Entlastungsbetrags richtet sich also nach der Anzahl der Kinder des alleinerziehenden Steuerpflichtigen. So würde etwa einer alleinerziehenden Mutter von drei Kinder ein Entlastungsbetrag in Höhe von 2.388 Euro (1.908 Euro + 240 Euro + 240 Euro) zustehen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Höhe der Entlastungsbetrags für ein bis fünf Kinder:

Anzahl Kinder

Höhe des Entlastungsbetrags

1

1.908 Euro

2

2.148 Euro

3

2.388 Euro

4

2.628 Euro

5

2.868 Euro

Dieser Betrag wird dann von dem von dem zu versteuernden Einkommen des alleinerziehenden Elternteils abgezogen und reduziert dementsprechend die anfallende Steuerlast. Bei der Wahl der der Lohnsteuerklasse II wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende direkt bei der bei der Auszahlung des Gehalts berücksichtigt.

Vom Haushaltsfreibetrag zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Im Jahr 1958 wurde in Deutschland das Splitting-Verfahren für Verheiratete eingeführt und zeitgleich auch ein Sonderfreibetrag für unverheiratete Steuerpflichtige mit mindestens einem Kind. Dieser Sonderfreibetrag wurde im Jahr 1974 in Haushaltsfreibetrag umbenannt. Im Jahr 2004 wurde der Haushaltsfreibetrag durch den Alleinerziehendenentlastungsbetrag nach § 24b EStG ersetzt, weil der Haushaltsfreibetrag für verfassungswidrig erklärt wurde aufgrund der Tatsache, dass er unverheirateten Erziehungsgemeinschaften insgesamt mehr Grundfreibetrag einräumte als ehelichen Gemeinschaften. Im Zeitraum 2004 bis 2014 betrug der Alleinerziehendenentlastungsbetrag 1.308 Euro pro Kalenderjahr. Im Jahr 2015 wurde der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende dann auf den heutigen Stand von 1.908 Euro angehoben. Außerdem gab ab 2015 auch erstmals ab dem zweiten Kind einen Zuschlag in Höhe von 240 Euro pro Kind.