Wie viel Kindergeld gibt es?Die Kindergeld Höhe richtet sich nach der Anzahl der Kinder in der Familie. Für das erste und zweite Kind gibt es jeweils noch gleich viel Kindergeld. Für das dritte Kind gibt es dann schon etwas mehr Geld. Noch mehr erhalten Eltern für das vierte Kind. Danach aber steigt die Kindergeld Höhe nicht mehr weiter an. Es gibt also praktisch drei Stufen. Die nachfolgende Kindergeldtabelle zeigt Ihnen, wie viel Kindergeld Eltern im Jahr 2017 jeweils für das erste, zweite, dritte, vierte und jedes weitere Kind erhalten.

Tabelle zur Kindergeldhöhe 2017

Anzahl Kinder Kindergeld Höhe 2017
1. Kind 192 Euro
2. Kind 192 Euro
3. Kind 198 Euro
4. Kind 223 Euro
Jedes weitere Kind 223 Euro

Wie sich der oben stehenden Kindergeldtabelle entnehmen lässt, gibt es für das erste und zweite Kind derzeit 192 Euro pro Kind im Monat. Bei dem dritten Kind steigt die Kindergeld Höhe dann schon auf 198 Euro monatlich. Beim vierten Kind wird das Kindergeld dann sogar auf 223 Euro im Monat angehoben. Bei allen weiteren Kindern, die auf das vierte Kind folgen, ändert sich die Kindergeldhöhe nicht mehr, sondern bleibt weiter bei 221 Euro pro Kind monatlich.



Rechenbeispiel: Ein Familie hat zwei Söhne und zwei Töchter, die jeweils noch keine 18 Jahre alt sind, so dass die Eltern für alle vier Kinder Anspruch auf Kindergeld haben. Dann würde die Familie im Jahr insgesamt ein Kindergeld in Höhe von 805 Euro (192 Euro + 192 Euro + 198 Euro + 223 Euro) pro Monat für ihre vier Kinder erhalten. Wenn die Familie noch für ein weiteres Kind Anspruch auf Kindergeld hätte, würde die Familie sogar jeden Monat ein Kindergeld in Höhe von 1.028 Euro (192 Euro + 192 Euro + 198 Euro + 223 Euro) für ihre dann fünf Kinder bekommen.

Wie wirkt sich ein Zählkind auf die Kindergeld Höhe aus?

Bei der Berechnung, wie viel Kindergeld einer Familie zusteht, werden auch zusätzlich sogenannte Zählkinder berücksichtigt. Als Zählkind bezeichnet man Kinder, für die man selbst kein Kindergeld ausgezahlt bekommt, die sich aber auf die Kindergeld Höhe der anderen Kinder auswirken. Von der Regelung zum Zählkind können vor allem Eltern, die getrennt leben, finanziell profitieren. Angenommen ein Vater hätte ein Kind aus erster Ehe und zwei weitere Kinder mit seiner neuen Frau. Wenn das Kind aus erster Ehe bei der Ex-Frau lebt, steht auch ihr das Kindergeld zu und der Vater bekommt kein Geld für dieses Kind aus erster Ehe ausgezahlt. Dennoch wird es bei der Berechnung der Kindergeld Höhe für die anderen beiden Kinder aus zweiter Ehe als Zählkind berücksichtigt. Das führt dann dazu, dass diese Kinder bei der Festsetzung der Kindergeldhöhe nicht als erstes und zweites Kind, sondern als zweites und drittes Kind eingestuft werden. Durch das Zählkind erhält die Familie also jeden Monat 390 Euro statt nur 384 Euro. Noch größer wäre der Effekt der Zählkinder, wenn der Vater zwei Kinder aus erster Ehe hätte. Dann würden seine Kinder aus zweiter Ehe als drittes und viertes Kind behandelt Durch die zwei Zählkinder bekäme die Familie dann monatlich 421 Euro statt 384 Euro, also ein Plus von 37 Euro im Monat.

Kindergelderhöhung zum 1. Januar 2017

Die Kindergeld Höhe hat sich im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr geändert. Denn zum 1. Januar 2017 gab es eine Kindergelderhöhung. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Kindergeld um zwei Euro im Monat für jedes Kind erhöht. Demnach erhielten Eltern vor der Kindergelderhöhung im vorangegangenen Jahr 2016 nur 190 Euro monatlich für das erste und zweite Kind. Die Kindergeldhöhe für das dritte Kind lag im Jahr 2016 bei 196 Euro im Monat. Für das vierte Kind und alle weiteren Kinder danach gab es im Jahr 2016 ein Kindergeld in Höhe von 221 Euro pro Kind im Monat. Die nachfolgende Kindergeldtabelle zeigt nochmals, wie viel Kindergeld Eltern im Jahr 2016 für das erste, zweite, dritte, vierte und jedes weitere Kind bekommen haben:


Tabelle zur Kindergeld Höhe 2016

Anzahl Kinder Kindergeld Höhe 2016
1. Kind 190 Euro
2. Kind 190 Euro
3. Kind 196 Euro
4. Kind 221 Euro
Jedes weitere Kind 221 Euro

Wann wird das Kindergeld ausgezahlt?

In Deutschland wird das Kindergeld grundsätzlich einmal pro Monat ausgezahlt. Es reicht, wenn die Anspruchsvoraussetzungen an einem einzigen Tag des Monats erfüllt sind, um sich das die volle Kindergeldhöhe für den jeweiligen Monat zu sichern. Allerdings erhalten nicht alle Eltern zum gleichen Zeitpunkt das Kindgeld ausgezahlt. Denn die Kindergeld Auszahlungstermine richten sich immer nach der jeweiligen Kindergeldnummer. Weiterführende Information zur Kindergeldauszahlung erhalten Sie auf der nachfolgenden Seite zu den Kindergeld Auszahlungsterminen.

Wann haben Eltern einen Kindergeldanspruch?

Der Anspruch auf Kindergeld entsteht in dem Monat, in dem das Kind geboren wird. Der Kindergeldanspruch besteht in jedem Fall, bis das Kind, das 18 Lebensjahr vollendet hat. Auch bei volljährigen Kindern über 18 Jahren können Eltern weiterhin einen Kindergeldanspruch haben. Allerdings müssen dafür zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sein. So können Eltern weiterhin Kindergeld erhalten, wenn ihre Kinder arbeitslos ist und bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sind. In diesem Fall wird die Kindergeldzahlung maximal bis zum 21. Geburtstag des Kindes fortgesetzt.

Kindergeldhöhe bei Ausbildung und Studium

Noch länger können Eltern Kindergeld beziehen, wenn ihre Kinder ein Studium absolvieren oder eine Ausbildung machen. In diesem Fall können die Eltern sogar bis maximal zum 25. Geburtstag des Kindes weiter Kindergeld beziehen. Nach neuer Rechtslage spielt die Höhe der Einkünfte bei volljährigen Kindern keine Rolle mehr für den Kindergeldbezug. Es gilt nur eine Einschränkung zu beachten: Sollte das Kind nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem abgeschlossenen Erststudium, noch ein weiteres Studium oder eine weitere Ausbildung anschließen, wird die Zahlung des Kindergelds eingestellt, wenn das Kind zusätzlich zu Ausbildung oder Studium noch mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet. Bei einer geringeren wöchentlichen Arbeitszeit wird hingegen die volle Kindergeldhöhe ausgezahlt. Im Gegensatz zu den wöchentlichen Arbeitsstunden ist nach neuer Rechtslage die Höhe der Einkünfte des Kindes für den Kindergeldanspruch und die Kindergeldhöhe dagegen nicht mehr relevant.

Es kommt durchaus vor, dass Kinder nicht direkt einen Ausbildungsplatz oder Studienplatz finden, sondern erst einmal eine gewisse Wartezeit überbrücken müssen. Auch in der Zeit, in der die volljährigen Kinder auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Studienplatz sind, bekommen die Eltern weiterhin Kindergeld. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Kinder in dieser Zeit auch ernsthaft um einen Studienplatz oder Ausbildungsplatz bemühen, ansonsten kann der Kindergeldanspruch verloren gehen. Das zeigt ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhof (BFH, Urteil vom 26. August 2014, XI R 14/12), wonach die Familienkasse die Kindergeldzahlung einstellen durfte, nachdem die Tochter des Klägers einen ihr angebotenen Studienplatz abgelehnt hatte.

Heutzutage gibt es aber auch viele junge Menschen, die nach dem Ende der Schulzeit zunächst einmal ein freiwilliges soziales Jahr machen wollen, bevor sie mit einer Ausbildung oder einem Studium anfangen. Doch auch in dieser Zeit müssen die Eltern nicht auf die Kindergeldzahlung verzichten. Denn das Kindergeld wird auch an Eltern deren volljährige Kinder ein freiwilliges soziales Jahr machen, in voller Höhe weitergezahlt, solange der Nachwuchs das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Kindergeldanspruch bei Kindern mit Behinderung

Im Normalfall wird die Zahlung des Kindergelds also spätestens, wenn das Kind das 25. Lebensjahr vollendet hat, eingestellt. Eine Sonderregelung gilt aber für Kinder mit einer schwerwiegenden Behinderung, infolge derer das Kind nicht dazu imstande ist, seinen Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. In diesem Fall können die Eltern auch über den 25. Geburtstag des Kindes hinaus ohne weitere zeitliche Beschränkung Kindergeld erhalten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung des Kindes bereits vor dessen 25. Geburtstag diagnostiziert wurde.

Kindergeldantrag – So können Sie Kindergeld beantragen

Der Anspruch auf Kindergeld entsteht zwar bei der Geburt des Kindes, aber das Geld wird dann nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss zunächst beantragt werden. Im Regelfall ist die Familienkasse für den Kindergeldantrag zuständig. Nur für Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes gilt eine Ausnahmeregelung. Bei dieser Berufsgruppe ist nicht die Familienkasse, sondern die Vergütungs- bzw. Besoldungsstelle für das Kindergeld zuständig. Auf die Kindergeldhöhe hat das aber keine Auswirkungen.

Der Kindergeldantrag ist grundsätzlich schriftlich bei der zuständigen Stelle einzureichen. Das benötigte Antragsformular für den Kindergeldantrag erhalten Sie bei Familienkasse. Alternativ finden Sie das Antragsformular auch auf der Internetpräsenz der Bundesagentur für Arbeit. Das Formular können Sie zwar online ausfüllen, danach muss es aber ausgedruckt, unterschrieben und per Post an die Familienkasse verschickt werden. Eine Online-Übermittlung der Antragsformulars an die Familienkasse ist derzeit leider noch nicht möglich. Bei der ersten Beantragung des Kindergelds muss der Familienkasse außerdem die Geburtsurkunde des Kindes als Nachweis vorgelegt werden. Bei volljährigen Kindern müssen zusätzlich entsprechende Nachweise in Form einer Ausbildungsbescheinigung oder Studienbescheinigung beigebracht werden, dass der Sohn oder die Tochter eine Ausbildung bzw. ein Studium absolviert, und daher auch weiterhin ein Kindergeldanspruch besteht.

Seit dem 1. Januar gibt es außerdem eine wichtige Neuerung beim Kindergeldantrag zu beachten. Eltern, die Kindergeld beantragen, müssen ab sofort auch immer ihre Steuer-Identifikationsnummer und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes, für das sie Kindergeld beantragen, angeben.

Kinderfreibetrag als Alternative zur Kindergeldauszahlung

Statt sich jeden Monat das Kindergeld auszahlen zu lassen, können Eltern auch alternativ den Kinderfreibetrag ausschöpfen. Der Kinderfreibetrag ist ein steuerlicher Freibetrag, der das steuerpflichtige Einkommen der Eltern reduziert und somit dafür sorgt, dass sie weniger Steuern zahlen müssen Im Gegensatz zur Kindergeldhöhe, die von der Anzahl der Kinder abhängt, ist der Kinderfreibetrag immer gleich hoch. Im Jahr 2017 liegt die Höhe des Kinderfreibetrags bei 7.356 Euro pro Kind für beide Elternteile. Dieser Betrag setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • 2.640 Euro für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf des Kindes
  • 4.716 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes

Falls die Eltern des Kindes getrennt leben, wird jedem der beiden Elternteile der Kinderfreibetrag in halber Höhe zugerechnet. Der Kinderfreibetrag wurde genauso wie die Kindergeld Höhe zum 1. Januar 2016 angehoben. Der Kinderfreibetrag stieg dadurch von 7.248 Euro auf die jetzt gültigen 7.356 Euro an. Wenn Eltern den Kinderfreibetrag ausschöpfen wollen, können sie aber nicht gleichzeitig auch noch Kindergeld beziehen. Denn das eine schließt das andere grundsätzlich aus. Es muss sich also immer für eine der beiden Alternativen entschieden werden. Allerdings führt das Finanzamt für den Steuerpflichtigen automatisch eine Günstigerprüfung durch, um zu ermitteln, welche dieser beiden Alternativen für den Einzelnen die finanziell bessere Wahl ist.