Kindergeldzuschlag – Höhe, Antrag und Höchsteinkommensgrenze

KindergeldzuschlagDer Kindergeldzuschlag, der im Amtsdeutsch häufig auch kurz als Kinderzuschlag bezeichnet wird, ist eine staatliche Transferleistung für Eltern mit geringem Einkommen. Der Kindergeldzuschlag bzw. Kinderzuschlag wurde im Rahmen der Agenda 2010 zum 1. Januar 2005 als ergänzende Maßnahme des Hartz IV-Gesetzes einführt. Der Kinderzuschlag nach § 6a Bundeskindergeldgesetz (BKGG) soll dazu dienen, geringverdienende Familien mit Kindern vor einem Abrutschen ins Arbeitslosengeld II zu bewahren. Die Höhe des Kindergeldzuschlags wurde zuletzt Anfang des Jahres 2017 nach oben angepasst. Der Kindergeldzuschlag stieg zum 1. Januar 2017 um 10 Euro und beträgt sich dadurch maximal 170 Euro pro Kind.

Wer bekommt Kindergeldzuschlag?

Den Kindergeldzuschlag bekommen im Gegensatz zum Kindergeld nicht alle Eltern in Deutschland. Doch wer bekommt Kindergeldzuschlag? Die Zahlung des Kinderzuschlags ist zwar grundsätzlich an den Kindergeldanspruch gekoppelt. Wenn der Anspruch auf Kindergeld wegfällt, wird auch kein Kinderzuschlag mehr gezahlt. Während das Kindergeld aber an alle Eltern unabhängig von der Höhe des Einkommens gezahlt wird, ist der Bezug des Kinderzuschlags an bestimmte Einkommensgrenzen gekoppelt.

Der Kindergeldzuschlag ist nur für Familien mit niedrigem Einkommen gedacht, um ein Abrutschen in Hartz VI bzw. Arbeitslosengeld II zu verhindern. Deshalb gibt es beim Kinderzuschlag sowohl eine Einkommensuntergrenze als auch eine Einkommensobergrenze. Nur wenn das Bruttoeinkommen der Eltern zwischen dieser unteren Einkommensgrenze und der oberen Einkommensgrenze liegt, können Eltern den Kinderzuschlag beantragen. Die Untergrenze liegt bei 900 Euro für Elternpaare oder 600 Euro für Alleinerziehende. Liegt das Bruttoeinkommen unter dieser Grenze, erhalten Sie keinen Kinderzuschlag. Das hat zur Folge, dass Eltern, die Hartz IV bzw. Arbeitslosengeld II beziehen, auch keinen Kindergeldzuschlag beantragen können.

Höchsteinkommensgrenze beim Kinderzuschlag

Ebenso wenig darf ihr Bruttoeinkommen über der Höchsteinkommensgrenze liegen, damit Eltern einen Anspruch auf den Kindergeldzuschuss haben. Die Höchsteinkommensgrenze hat dabei aber keinen festen Wert, sondern muss für jede Familie individuell berechnet werden. Die Höchsteinkommensgrenze wird anhand der Hartz IV Regelsätze und des Wohngeld berechnet, welches der Familie zustehen würden, wenn sie Arbeitslosengeld II bekäme. Zu dem zu berücksichtigen Einkommen der Familie gehören neben Einkünften aus selbstständiger und nichtselbstständiger Tätigkeit, Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Krankengeld, Elterngeld, Betreuungsgeld, Renten aus der Sozialversicherung aber auch Zinsen sowie Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Demgegenüber zählen Kindergeld und Wohngeld nicht zum zu berücksichtigenden Einkommen. Wenn Sie berechnen möchten, ob Ihre Familie die Vorgaben für die Zahlung des Kindergeldzuschlags erfüllt, empfehlen wir Ihnen den Kinderzuschlags-Check auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu verwenden.

Höhe des Kinderzuschlags

Der Kindergeldzuschlag wurde zuletzt am 1. Januar 2017 angehoben. Seitdem beträgt der Kinderzuschlag bis zu 170 Euro monatlich für jedes Kind. Dabei handelt es sich um den Maximalbetrag, den einkommmensschwache Familien als Zuschlag erhalten können. Je nach Vermögen und Einkommen der Eltern kann die Höhe des ausgezahlten Kindergeldzuschlags aber auch niedriger ausfallen. Wenn die Bemessungsgrundlage überschritten wird, wird der Kinderzuschlag dementsprechend gekürzt und nur noch anteilig für jedes Kind ausgezahlt. Der Kinderzuschlag wird auch reduziert, wenn das Kind ein eigenes Einkommen hat oder es Leistungen wie Unterhalt oder Waisenrente bezieht. Hat das Kind beispielsweise ein Einkommen in Höhe von 60 Euro, werden nur noch maximal 110 Euro Kindergeldzuschlag an die Eltern ausgezahlt.

Antrag auf Kindergeldzuschlag bei der Familienkasse stellen

Der Kindergeldzuschuss wird nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss erst einmal von den Eltern beantragt werden. Der Antrag auf Kindergeldzuschlag ist bei den örtlichen Familienkassen einzureichen. Grundsätzlich muss der Antrag auf Kinderzuschlag schriftlich gestellt werden. Bei einem Antrag auf Kindergeldzuschlag müssen die Eltern zusätzlich auch noch Angaben zum eigenen Einkommen und Vermögen machen, damit die Familienkasse überprüfen kann, ob die Einkommensvoraussetzungen für den Kinderzuschlag erfüllt sind. Bis Ende 2007 wurde der Kinderzuschlag für maximal 36 Monate gezahlt. Diese zeitliche Befristung wurde aber im Jahr 2008 aufgehoben. Beim Antrag auf Kindergeldzuschlag gilt es zu beachten, dass der Kinderzuschlag anders als das Kindergeld nicht rückwirkend beantragt werden kann. Beim Kindergeld ist es dagegen so, dass es Eltern auch noch bis zu vier Jahre rückwirkend beantragen können.

Tipp: Wenn Sie noch weitere Fragen zur Beantragung des Kindergeldzuschlags haben, können Sie sich unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/ 455 55 30 an die Familienkassen wenden.

Kindergeld vs. Kinderzuschlag

Alle Eltern, denen der Kindergeldzuschlag zusteht, bekommen selbstverständlich auch noch zusätzlich das Kindergeld. Der Kinderzuschlag wird dann auch von den Familienkassen zusammen mit dem Kindergeld am gleichen Termin ausgezahlt. Der Kinderzuschlag wird in der Regel immer an das Elternteil überwiesen, das auch das Kindergeld von der Familienkasse ausgezahlt bekommt. Im Gegensatz zum Kindergeldzuschlag, der an eine bestimmte Einkommensuntergrenze und Einkommenshöchstgrenze gebunden ist, wird das Kindergeld unabhängig von der Höhe des Einkommens an alle Eltern ausgezahlt. Dabei richtet sich die Höhe des Kindergelds nach der Anzahl der Kinder in der Familie. Für das erste Kind und das zweite Kind gibt es ein Kindergeld in Höhe von 192 Euro im Monat. Für das dritte Kind bekommen Eltern dann schon 198 Euro monatlich von der Familienkasse ausgezahlt. Für das vierte Kind und alle weiteren Kinder gibt es sogar ein Kindergeld in Höhe von 223 Euro monatlich.

Während der Kinderzuschlag als Sozialleistung durch das Bundeskindergeldgesetz geregelt wird, gehen die rechtlichen Grundlagen für das Kindergeld als steuerliche Ausgleichzahlung auf das Einkommensteuergesetz (EStG) zurück. Denn alternativ zum Kindergeld können Eltern auch den steuerlichen Kinderfreibetrag nach § 32 EStG in Anspruch nehmen.

Bildungspaket zur Unterstützung einkommensschwacher Familien

Als Ergänzung zum Kinderzuschlag bietet der Staat für Familien mit geringem Einkommen auch noch die Leistungen aus dem sogenannten Bildungspaket, das im Amtsdeutsch auch als „Leistungen zur Bildung und Teilhabe“ bezeichnet wird, an. Diesen Leistungen stehen allen Eltern zu, die den Kindergeldzuschlag von der Familienkasse bewilligt bekommen haben. Darunter fällt das sogenannte Schulbedarfspaket. Hierbei handelt es sich um eine zweckbestimmte Geldleistung in Höhe von 100 Euro pro Jahr, mit der notwendige Schulmaterialien wie etwa Schulranzen, Sportzeug und Schreib-, Rechen- und Zeichenmaterialien angeschafft werden sollen. Weiterhin wird den Kindern aus einkommensschwachen Familien im Rahmen des Bildungspakets jeden Monat ein Budget in Höhe von 10 Euro zur Verfügung gestellt, das beispielsweise für die Teilnahme an Musikunterricht, die Mitgliedschaft in Vereinen in den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit, für Museumsbesuche oder Aktivitäten kultureller Bildung eingesetzt werden kann. Außerdem übernimmt der Staat auf Antrag auch die Kosten für Klassenausflüge, mehrtägige Klassenfahrten und Maßnahmen zur Lernförderung.